„Ein bisschen den Kopf einschalten“: DSV-Cheftrainer kritisiert eigenes Team scharf
Kitzbühel (Österreich) – Beim Super-G in Kitzbühel erlebte das deutsche Herren-Speedteam einen herben Rückschlag: Lediglich ein Athlet erreichte überhaupt das Ziel – und belegte dabei nur den 44. Rang. Dieses Ergebnis war das schlechteste des DSV seit zwölf Jahren und hinterließ Cheftrainer Christian Schwaiger (57) tief enttäuscht.
„Es frustriert mich sehr, dass wir solche technischen Defizite zeigen“, äußerte sich der Österreicher nach dem Rennen. Die Strecke beim Super-G in Kitzbühel beschrieb er als „grundsätzlich nicht allzu schwierig“.
„Es gibt genau zwei Stellen, an denen man ein bisschen den Kopf einschalten muss. Darüber hinaus sollte man einfach normales Skifahren zeigen“, übte Schwaiger Kritik an seinem Team.
Dies gelang seinen Athleten jedoch nicht: Nur der junge Luis Vogt (23) schaffte es überhaupt ins Ziel und wurde 44., während Simon Jocher (29), Romed Baumann (40) und Riesenslalom-Spezialist Anton Grammel (27), der sein Debüt im Super-G gab, ausschieden.
Besonders Baumann musste sich deutliche Vorwürfe vom Bundestrainer anhören: Der erfahrene Fahrer sei „einfach umgefallen“, stellte der 57-Jährige nüchtern fest.
In dieser Saison gelang den DSV-Herren bislang kein Platz auf dem Podium. Am nächsten kam diesem Ziel Simon Jocher mit Rang fünf beim Super-G in Livigno Ende Dezember.
„Natürlich träumt man stets vom Podium. Ich träume weiterhin davon. Aber es fällt mir zunehmend schwer einzuschätzen, ob ich noch in der Realität bin oder schon danebenliege“, gab Schwaiger enttäuscht zu.
Er sieht sich gezwungen, die Situation zu akzeptieren: „Wir können nicht vor der Realität davonlaufen. Der Zustand ist, wie er ist: Wir verfügen über ein sehr fragiles Abfahrtsteam.“
Doch ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass beim Highlight-Rennen auf der Streif am kommenden Samstag ein gutes Resultat für seine Mannschaft möglich ist.
Der Trainer mahnte zudem, nicht alles nur negativ zu sehen: „Ich bin überzeugt, dass sie eigentlich gut Ski fahren. Wir müssen es nur endlich auf den Punkt bringen.“